Finanzierung

Das Grundgesetz schreibt für Schulen in freier Trägerschaft gleichwertige pädagogische Leistungen und ein Verbot der Sonderung der Schüler nach den finanziellen Verhältnissen der Eltern vor (Artikel 7 Absatz 4).

Daraus ergibt sich ein Rechtsanspruch auf Finanzhilfe aus öffentlichen Mitteln, da eine Vollfinanzierung des heutigen Schulstandards über Elternbeiträge eine nur für Wohlhabende zugängliche Privatschule ergeben würde. Letzteres widerspräche auch dem Konzept der sozialen Integration.

Eine Chancengleichheit für alle Schulen besteht in Deutschland nicht: Die gemeinnützigen Schulen in freier Trägerschaft werden gegenüber den staatlichen Schulen finanziell benachteiligt, und zwar in den gegenwärtigen Spardebatten mit zunehmender Tendenz (im Gegensatz z.B. zu Schweden oder den Niederlanden, welche ihre staatlichen Schulen nicht finanziell bevorzugen).

Obwohl namhafte Politiker bis hin zum Bundespräsidenten immer wieder zu einer Ermutigung privater Bildungsinitiativen aufrufen, hat sich die Tendenz staatlicher Kultusverwaltungen, bei den freien Schulen stärker als bei den eigenen Schulen zu sparen, eher noch verstärkt. Da Waldorfschulen deshalb 20 % bis 45 % weniger finanzielle Unterstützung als staatliche Schulen erhalten, klafft eine Finanzierungslücke, die monatliche Elternbeiträge, regional unterschiedlich, notwendig macht. Sie werden aber stets abhängig vom Einkommen in Absprache mit den Eltern festgelegt, um einen Schulbesuch nicht aus finanziellen Gründen scheitern zu lassen.

Dieses System der finanziellen Solidarität unter den Schuleltern hat sich an Waldorfschulen bewährt. Ungerecht ist es dennoch, denn Eltern werden doppelt zur Kasse gebeten: Einmal sollen sie über ihre Steuern das staatliche Schulwesen mitfinanzieren; zusätzlich aber trotz grundgesetzlich garantierter freier Schulwahl für den Besuch Freier Schulen zahlen. Ungeachtet der weltweiten fachlichen Anerkennung der Waldorfschulen und der verfassungsrechtlichen Gleichstellung der Schulen in freier Trägerschaft mit den staatlichen Schulen bedarf es dauernder Bemühungen auf politischem und administrativem Felde, dass diesem Umstand bei der Schulaufsicht und Finanzierung der Schulen entsprochen wird.

Die Waldorfschulen in Deutschland erhalten staatliche Zuschüsse, die aber die Betriebskosten nur zum Teil decken. Die Elternbeiträge sind an den meisten Schulen nach Einkommen und Kinderzahl gestaffelt, so auch bei uns.