Schulküche

Die Schulküche der Freien Waldorfschule

Geschichte

An der Freien Waldorfschule Darmstadt besteht seit vielen Jahren eine Schulküche in welcher für Kinder, die am Nachmittag Unterricht haben, gekocht wird.
In den Anfängen waren es ausschließlich Mütter, die in einem Küchenteam an Tagen mit Nachmittagsunterricht für eine warme Mahlzeit oder wenigstens eine heiße Suppe sorgten. Man versuchte, möglichst so viele freiwillige Helferinnen und Helfer zusammen zu bekommen, dass die einzelnen Helfer nur etwa alle zwei Wochen einen Küchendienst hatten. Anfangs waren die Ansichten, was unter einer gesunden waldorfkompatiblen Ernährung zu verstehen sei, noch recht strikt, und so stimmten viele Klassen mit den Füßen ab, was zu geringen Essenszahlen führte.
Es zeigte sich eine weitere Schwäche: Die Speisezettelplanung und der Einkauf waren von Kräften, die nur einmal in vierzehn Tagen die Küche betreuten, schwerlich zu leisten. Essenszubereitung im größeren Stil erfordert eine andere Logistik – die Mengenberechnungen, die Einhaltung der Hygienerichtlinien, die Vorratshaltung usw. machten eine Fachkraft erforderlich. Es wurde eine verantwortliche Kochstelle eingerichtet, die in der Folgezeit von verschiedenen Personen besetzt wurde. Die Küche war im Souterrain, hatte keine Lagerräume, der angrenzende Speisesaal hatte ungefähr 8o Plätze. Da sich das Speisenangebot nun etwas änderte, es gab auch Pizza und Nudeln, stieg die Zahl der Essensteilnehmer an. Es waren zu der Zeit zwischen 70 und maximal 100 Essen. Zum Teil wurden nun Tische im Flur aufgebaut. Eine Erweiterung wurde dringlich.

Betreuter Mittagstisch

Gegenwart
Einmal in der Woche gibt es Fleisch. Die Ware besteht zu 85% aus Bioprodukten. Es werden bis jetzt keine Fertig- oder Tiefkühlprodukte verwendet.

Es gibt einen Nudel-, Reis-, Getreide-, Kartoffel- und Hülsenfrüchtetag. In der folgenden Woche gibt es dann zuerst Reis und am letzten Wochentag Nudeln. Ein Schüler, der also z. B. immer mittwochs zum Essen kommt, hat so auch eine Abwechslung in seinem Speiseplan. Ungefähr alle 4 – 5 Wochen wiederholt sich der Speiseplan; berücksichtigt werden saisonale Angebote und die Lieblingsessen der Schüler.
Zum anderen schickte sich die Schule an, Hort und Ganztagsbetreuung im Rahmen der IGSE (Initiative zur Gestaltung der Schule als Erlebnisraum e. V.) anzubieten und sukzessive eine kleine Zweizügigkeit aufzubauen, was mit dazu beitrug, die Essenszahlen stark zu steigern. So nehmen inzwischen sehr viele kleine Kinder am Essen teil – an manchen Tagen verköstigt die Küche 70 – 80 kleine Kinder aus Hort, betreutem Mittagstisch und den beiden unteren Klassen. Die Essenszahlen insgesamt liegen zur Zeit bei 180 – 230 und werden auch im nächsten Jahr durch die Einführung der Eingangsstufe wieder ansteigen
Eine weitere Bereicherung ist sicherlich, die jeweils 7. Klasse in ein Küchenpraktikum einzubinden. Dabei sind 2 Schüler eine Woche lang nach dem Hauptunterricht vollständig in die Küchenarbeit integriert, wodurch sich die Einstellung der Schüler zur Küche und zum Mittagstisch sehr positiv gewandelt hat.
Natürlich wäre diese Ausweitung nicht in den alten Räumen möglich gewesen, und so ist im Jahre 2005 im Zuge der beginnenden Zweizügigkeit, des Horts und der Ganztagsbetreuung eine Großküche  mit Nebenräumen und einem sehr schöner Speisesaal im Erdgeschoss unseres Anbaus entstanden, in dem nun ungefähr 100-120 Menschen Platz finden und unser Angebot gerne annehmen.

 

 

 

Natürlich sind die oben genannten Essenszahlen nicht mit einer Köchin alleine zu bewerkstelligen, und so hat die Küche in den letzten Jahren Zuwachs erhalten. Zum Team gestoßen sind eine Unterstützung, die aus einem betreuten Praktikum gut in ihre feste Stelle hineinwuchs, und ein zweiter Koch. Dankenswerterweise hat sich der Küchenkreis der Eltern nicht aus der Arbeit verabschiedet, und so finden sich täglich Mütter und Väter, die ehrenamtlich helfen, die vielen Essen vorzubereiten und den Abwasch zu bewerkstelligen – eine Notwendigkeit, auch um den günstigen Essenspreis zu halten.

An unserer Schule geht man gerne zum Mittagessen und nutzt den schönen neuen Speisesaal als Treffpunkt.